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HNA 24.12.2004

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Lematelier für Hessens erste Kreativschule:
Noch ist der Umbau nicht abgeschlossen, aber Stefan
Appel, Schulleiter der Schule Hegelsberg (links), und sein
Stellvertreter Alexander Scheuerer sitzen schon mal Probe.
Foto: Röder |
"Pisa setzt alle in Gang."
Schule Hegelsberg wird erste
Kreativschule Hessens -
Neues Lernatelier ab Januar 2005
von Alexander Röder
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Nord-Holland.
An den schiefen
Turm denkt man hier zu Lande längst nicht mehr: Pisa ist
innerhalb kürzester Zeit zum Synonym deutschen Mittelmaßes
geworden und taugt als gesellschaftlicher Zukunftsschreck. Und
tatsächlich kamen die Ergebnisse der Pisa-Studie für die
deutsche Bildungspolitik einer schallenden Ohrfeige gleich -
letztendlich mit durchaus positiven Auswirkungen: Nach
jahrelanger Diskussion tut sich allmählich was.
Beispiel: Schule
Hegelsberg. Als Ganztags-schule seit jeher modellhaft,
beschreitet sie nun völlig neue Wege. Seit kurzem ist sie
Hessens erste Kreativschule.
Doch
was bedeutet Kreativschule?
„Wir
wollen uns nicht an den Schwächen der Schüler orientieren",
betont Schulleiter Stefan Appel, „sondern umgekehrt." Die
individuellen Stärken des Einzelnen, so Appel, sollen für alle
nutzbar gemacht werden. Um die Stärken der Schüler ans
Tageslicht zu bringen und zu fördern, sind 65 verschiedene
Arbeitsgemeinschaften entwickelt worden - vom Arbeiten mit dem
Computer bis hin zur Geschichtswerkstatt. Eine Förderung, die
auch vor dem Kollegium nicht Halt macht. So ist ein
Englischlehrer unlängst als herausragender Fotograf entlarvt
worden, als er einen Preis für seine Foto-Arbeiten gewann. Heute
leitet er die Fotografie-Arbeitsgemeinschaft.
Zentral für die Umgestaltung zur Kreativ-schule ist
laut Appel zudem die Schaffung |
eines
Lernateliers, gewissermaßen der Schoß, dem kreatives Lernen
entspringen soll. Hierbei handelt es sich um einen etwa 100
Quadratmeter großen Raum, der sich sowohl für selbst gestaltetes
Lernen als auch für Gruppenarbeit eignet. Ausgestattet mit
unterschiedlicher Möblierung und moderner Technik, aber auch mit
Ruhe-zonen, biete er für die Kinder „einen Raum zum
Recherchieren, Projizieren und zum Präsentieren", zählt Appel
auf. Am 13. Januar soll der einzigartige Lernraum eröff-net
werden.
Ergänzt wird das pädagogische Konzept unter anderem durch ein
Leseintensiv-programm und durch die Einführung so genannter
Methodikstunden, die den Schü-lern frühzeitig jene Fertigkeiten
vermitteln sollen, die beispielsweise für das Ausar-beiten von
Vorträgen und Präsentationen erforderlich sind.
Ermöglicht wurden diese Neuerungen im Zuge der Diskussion um die
Pisa-Ergebnisse, die Deutschland im europä-ischen Vergleich als
bildungspolitisches Entwicklungsland enttarnten.
„Pisa
setzt alle in Gang", bringt Appel den Grund für die
Aufbruchstimmung auf den Punkt. Allerdings sei allmählich auch
ein sich wandelndes Lehrerbild erforderlich. Die meisten der
750000 Lehrer im Bundesgebiet wären, so Appel, noch immer eher
Wissens-vermittler als Pädagogen.
Lernatelier |