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NORD.
Die Masse macht's nicht immer, aber manchmal eben doch. Denn
wer viele Seiten liest, findet manchmal plötzlich Spaß daran. Und
wenn man dann noch einen Wettbewerb gewinnt, steigert das auch die
Lust am Lesen. Laura hat den Vogel abgeschossen - 4500 Seiten hat
sie gelesen, ihr Lieblingsbuch heißt „Alice Fernsehsuperstar".
Mit 3700 Seiten ist Samanta Zweite geworden, Sam schwärmt für
„Vollkornsockenforever". Platz drei gab es für Anna, die genau
2163 Seiten verschlang und sich ein Leben ohne „Weiberalarm" nicht
mehr vorstellen kann.
Diese
drei und viele andere Schüler der Gesamtschule Hegelsberg kamen
über ein Projekt ihrer Deutschlehrerin Yvonne Eickmann zum Lesen.
Mit Sorge regis-trierte die Pädagogin das nachlassende Interesse
der Kinder allgemein an Büchern und am Lesen. Darum will sie
gegensteuern mit dem „Leseintensiv-training Read" für die Schüler
der Förderstufe.
In
einem bestimmten zeitlichen Rahmen in der Schule oder zu Hause,
erläutert Eickmann, sollen die Schüler so viele Seiten wie möglich
lesen. Das fördere Lesekompetenz und Textverständnis. „Ein breites
Angebot an attraktiver Kinder- und Jugendliteratur soll die
Begeisterung fürs Lesen wecken", sagt sie. |
Stolz
tragen die Kinder in ihren Lesepass die Anzahl der gelesenen
Seiten ein. In der „Lesestunde" in der Schule wählen sie sich
Bücher aus der Klassenkiste aus oder bringen ihre eigenen Bücher
mit. Und wie sie da so sitzen, mäuschenstill und vertieft in ihre
Lieblingsbücher, die Beine hochgelegt oder die Arme aufgestützt,
zu zweit oder allein, sehen sie wie richtige Leseratten aus. Frau
Eickmann liest übrigens mit. Gemeinsam lesen schaffe nebenbei auch
eine entspannte und freundliche Atmosphäre, so die Pädagogin.
Aber
ganz ohne Kontrolle geht es nicht. Die Schüler müssen per
Fragebogen den Inhalt zum Buch wiedergeben und ein Lesetagebuch
führen. Auch Leseverträge werden geschlossen, mit dem sie sich
verpflichten, wenigstens eine Seite täglich zu lesen. Da seien
einige stolz, wenn sie das schaffen, „aber wir müssen die Kinder
da abholen, wo sie sind", sagt Eickmann. Die Bandbreite reiche von
Viellesern bis hin zu Leseverweigerern.
Und
sogar diese zeigten sich motiviert, und zwar beim Lesetest. Hier
werden die Wörter pro Minute gezählt und Fragen zum Text nach
einem Tag Abstand beantwortet. Wenn sich Schüler austauschen über
ihre Lektüre, bestätigt sich die Meinung von Alexander Scheuerer,
dem stellvertretenden Schul-leiter: „Lesen ist Beziehungskultur." |