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Von
Christina Hein
NORD.
Zunächst noch schüchtern dem hohen Besuch in Schlips und
Kragen ge-genüber, tauten die Jugendlichen immer mehr auf. „Gute
Fragen", meinte der Mi-nister anerkennend, als die Diskussion im
vollen Gange war. Er versprach: „Wenn ihr wollt, komme ich
wieder." Von Fragen wie „Was ist eigentlich Ihr Beruf?" bis „Wo
sind die Berufschancen größer, in Kassel oder in Frankfurt?"
beantwortet er gedul-dig, verständlich und mit deutlicher
Sym-pathie für die jungen Leute alle Fragen.
Hessens
Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel besuchte am Freitag Schüler
aus den Vorabgangsklassen der Jahrgänge 8, 9 und 10 der
Hegelsbergschule. Das allein wäre schon eine Ehre für die
engagierte Schulgemeinde in der Nord-stadt, aber Rhiel und eine
hochkarätige Delegation mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft
eröffneten in der Lernwerkstatt der Schule außerdem die
Dachkampagne zur Ausbildung 2005.
Seit
zwei Jahren springen sie einem an Bushaltestellen und an
Litfaßsäulen ins Auge, die attraktiven Plakate der Kam-pagne
„Suche Ausbildung - Biete Zukunft". Die Gesichter von
jungen Men-schen, die hoffnungs- und erwartungsvoll in eine
wirtschaftlich nicht gerade rosige Zukunft schauen, zieren die
großforma-tigen Plakate. Den gleichen Blicken begegneten die
Politiker und Funktionäre jetzt in Kassel.
Mit der
Kampagne soll auf die schwierige Ausbildungssituation aufmerksam
ge-macht und Betriebe ermuntert werden, Plätze für ihre berufliche
Ausbildung anzubieten. |
Jetzt
startet eine zweite Werbestaffel und die Vertreter der Vereinigung
hessischer Unternehmerverbände (VhU), die Arbeits-gemeinschaften
der Industrie- und Han-delskammer und der Handwerkskammer in
Hessen sowie die Bundesagentur für Arbeit präsentierten den
Schülern die verschiedenen Kommunikationsmittel die-ser Kampagne
zur Verbesserung der Aus-bildungssituation. Dabei gab es eine
Men-ge praktischer Tipps für die jungen Leute. Rhiel empfahl: „Wer
sich auf den beruf-lichen Weg begibt, kann alles erreichen bis hin
zum Hochschulstudium."
Jürgen
Rudolph, vom gleichnamigen Bau-nataler Logistik-Unternehmen und
VhU-Vertreter, appellierte an die Schüler: „Fixieren Sie sich
bitte nicht auf einen Berufswunsch. Sollte es Ihnen nicht
gelingen, den Traumberuf zu erreichen, greifen Sie auch bei der
zweiten Wahl zu. Berufsfelder ändern sich, und: Man kann später
jederzeit umsteigen."
Rhiel
wünschte sich für die Schul-abgänger, dass sie schnell in die
beruf-liche Lebenswirklichkeit kommen, und fügte hinzu: „Dazu
brauchen wir natürlich Ausbildungsplätze."
Übrigens: Rhiel beantwortete (nicht nur) Nesrins Frage nach seinem
Beruf aus-führlich und verriet, dass er vom Verkaufs-leiter in
einer Tapetenfabrik bis zum Ober-bürgermeister in Fulda schon sehr
viele Berufe ausgeübt habe.
Den
Schülern machte Rhiel, der einhellig gut ankam, Mut: „Zeigt
Einsatz, macht eure Bewerbung einzigartig, auch dadurch erhöhen
sich eure Chancen." |