KASSEL.
„Keine halben Sachen mehr." Mit dieser Botschaft war
Bundesbil-dungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) auf Werbetour für
Ganztagsschul-programme gegangen. Das war 2002. Der Pisa-Schock
hatte die Deutschen erschüttert und der Kanzler die neue
Bildungsoffensive zur Chefsache ge-macht. Also stellte man den in
den Jahren 2004 bis 2007 den Ländern insgesamt vier Milliarden
Euro zur För-derung von Ganztagsschulen in Aus-sicht.
Der
Vorwurf der „Zwangsbeglückung" zieht heute nicht mehr. „Es gibt
länder- und parteiübergreifend fast vollständig Einigkeit, dass
Ganztagsschulangobte ein sinnvoller Schritt sind", sagt Eckhard
Klieme vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische
Forschung.
Viele
Einrichtungen praktizieren aller-dings nach dem „Bikini-Modell":
Vormittag und Nachmitttag sind getrenn-te Einheiten, die nur das
Nötigste ab-decken.
Das
bestätigt auch der Schulleiter der Kasseler Hegelsbergschule und
Bundes-vorsitzende des Ganztagsschulverbands, Stefan Appel. Es
habe zwar einen „riesigen Schub und qualitative Verbes-serungen"
der Schulen gegeben. Zugleich erkennt er, jedoch den Trend, dass
fast überall die offenen Ganztagsschulen im Vormarsch sind. Eine
vollwertige Ganztagsschule, die im Klassenverband unterrichtet,
braucht aber 30 Prozent mehr Personal, veranschlagt Appel.
Und
dafür müssen die Länder erst einmal