KASSEL.
Natürlich sei es ein Unterschied, ob ein Kind in einem Elternhaus mit
oder ohne Bücherwand aufwächst, meint Stefan Appel, Leiter der
Gesamtschule Hegelsberg, mit Ganztagsschulangebot zum Thema
Chancengleichheit.
Mit
Intelligenz habe das wenig zu tun. Er ist davon überzeugt, dass man
mit mehr Zeit, mit der man sich den Schülern widmet, viele Probleme -
auch sprachliche Defizite von Migrantenkindern - lösen kann. Sein
Argument: In Bayern und Baden-Württemberg, in Ländern also, die bei
Pisa gut abgeschnitten haben, seien sowohl Gymnasien als auch
Brennpunktschulen Ganztagsschulen.
"Ganztagsschulen sind einfach besser ausgestattet, sowohl mit Personal
als auch mit Mitteln." An seiner Schule sei man stolz darauf, dass 30
Prozent der Schüler, die den gymnasialen Zweig besuchen, Kinder mit
Migranten-Hintergrund sind. Kinder
müssten da abgeholt werden, wo sie stehen, so Appel. "Sortieren ist
ganz schlecht." Wichtig sei
eine soziale Mischung. Er wünschte sich deshalb Schulbezirke und keine
freie Schulwahl nach der Grundschule. (CHR)