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KASSEL.
Mit Stefan Appel geht
jetzt einer der dienstältesten Schulleiter Kassels in den
Ruhestand. Der engagierte Pädagoge war 40 Jahre lang im
Schul-dienst tätig, davon 30 Jahre an der Schule Hegelsberg in
der Nordstadt, seit 1983
als Schuleiter. Das ist
eine lange Zeit", sagt der 66jährige gebürtige Kasseler. Auf
die Frage, welche positive Veränderung Schule in dieser Zeit
durchgemacht habe, sagt er nach kurzem Überlegen: „Es gibt mehr
Durchlässigkeit."
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„Die bessere
Schule ist die, die nicht aussortiert, sondern fördert und zwar
alle Schüler." Stefan Appel, Schulleiter
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Von „Spaß",
den sein
Beruf gemacht habe, möchte er
nicht sprechen: „Spaßig war das nicht." Stattdessen habe er es
als beglückend empfunden, dass er in all den Jahren
verantwortungsvoll arbeiten und etwas bewegen konnte.
Und bewegt hat
Appel eine Menge. Vor allem in Sachen Ganztagsschule, deren
leidenschaftlicher Wegbereiter er ist. Wer sich mit der Thematik
befasst, kommt an Appel, dem deutschen Ganztagsschul-Experten,
nicht vorbei. Sein „Handbuch Ganztagsschule", inzwischen zum
sechs-ten Mal aufgelegt, gilt
als
das große Standardwerk.
Appels Credo,
dem er Zeit seines Arbeits-lebens treu war, lautet: „Die bessere
Schule ist die, die nicht aussortiert, sondern fördert und zwar
alle Schüler." |
Entscheidend
für die Qualität einer Schule sei nicht der Notenschnitt,
sondern die Frage, wie viele Schüler zu einem guten Abschluss
geführt werden. Appel ist deshalb auch ein vehementer
Befürworter des Gesamtschulgedankens und Gegner des verkürzten
Abiturs. Die Geschichte
der Gesamtschule Hegelsberg, die für ihn - auch personell - am
besten ausge-stattete Schule" Kassels, bezeichnet er selbst als
„Erfolgsgeschichte".
Appel: „Hier
gibt es für alle Schüler Chancengleichheit."
Große
Bedeutung misst Appel, dessen Vater Architekturprofessor war,
dem Lern-umfeld bei. Dass sich die Schüler in der Schule
Hegelsberg, die in warmen Farben gestaltet ist und auf
terrassiertem Gelän-de von Bäumen umgeben liegt, wohl-fühlen,
ist deutlich zu spüren. Besonders stolz war Appel stets, dass es
an seiner Schule keine Schmierereien und Vanda-lismus gab, „weil
sich die Schüler hier wohlfühlen."
Für Appel,
Vater von 19jährigen Zwillings-söhnen und Bundesvorsitzender des
Ganztagsschulverbands, wird sich auch im Ruhestand alles um
Schule drehen: „Das Schreiben, die Schulberatungen und
Fortbildungen in Sachen Ganztagsschule gehen weiter." Appel will
weiter dazu beitragen, den Ganztagsschulgedanken voranzubringen.
Zurzeit hat er
aber noch in der Schule an der Quellhofstraße 140 zu tun: Er
führt seine Nachfolgerin, Lydia Gundlach aus Bad Hersfeld, in
ihr neues Amt ein. |