NORD-HOLLAND.
Wie schnell gleitet eine Veranstaltung in der
Weihnachtszeit ab in kitschige Rührseligkeit. Da
ging es jetzt in der Schule Hegelsberg zum Glück
ganz anders zu. Eingeladen war zu einem
musikalischen Adventsabend, einer schönen
Schultradition folgend.
Mit dieser Veranstaltung, so Direktor Stefan
Appel, wolle man nicht nur das Schulhalbjahr
ausklingen lassen, sondern auch etwas vom Leben
der Schulgemeinschaft zeigen. Und diese
Gemeinschaft geht offensichtlich über die
eigentliche Schulzeit weit hinaus, waren doch
immerhin zahlreiche "Ehemalige" an
diesem Programm beteiligt.
Die vielen Chorsänger und Instrumentalisten alle
unter einen Hut zu bekommen, gelang Klaus
Lossdörfer gekonnt, der sich auch nicht scheute,
einen zweiten Anlauf zu wagen, wenn es beim
ersten Mal nicht geklappt hatte.
"Fröhlichkeit" hieß das beherrschende
Thema, und von der "frohen Weihnacht"
sangen dann auch gleich zu Beginn die Mädchen
und Jungen der Klassen 5/6. Klang es bei den
Liedern und Musikstücken aus dem Alpenraum noch
sehr |
gediegen,
heimelig und sehr vertraut, so vermittelten die
Spirituals aus den USA sehr anschaulich ein
anderes Gefühl von Advent und Weihnachten
("Go tell it on the mountain").
Ob nun Flötengruppe, Chor in verschiedenen
Zusammensetzungen, Gitarrengruppe oder
Instrumentalkreis - stets ernteten die Akteure
ihren wohlverdienten Beifall. Denn die
französischen Tänze des 16. Jahrhunderts, die
Weihnachtslieder aus England und Südarnerika
oder gar der mächtig daherkommende Chorsatz
"Machet die Tore weit" bedurften schon
einer intensiven musikalischen Vorbereitung.
Besonderen Beifall erntete "In the
Frontline", die Band der Hegelsbergschule,
mit drei Proben aus ihrem Repertoire.
Die einfühlsame Moderation von Bärbel
Buttgereit trug wesentlich zum Gelingen dieses
musikalischen Adventsabends bei. Es war ebenso
nützlich wie angemessen, daß sie dabei einen
konkreten Bezug zu dem Schicksal vieler Menschen
herstellte, die als Asylanten oder als Opfer von
Krieg und Haß allein sind. (pna) |