Kassel.
Weihnachtsbotschaft - war da was? Die Schule
Hegelsberg lud ein zu einem Musikabend, und
Direktor Appel spielte in seinem Grußwort auf
diese Botschaft und ihre ganz direkte Umsetzung
in der Musikarbeit der Schule an: die
Aufführungen wurden möglich durch
uneingefordertes Engagement von Schülern,
Ehemaligen und Lehrern.
Die Botschaft, so verstanden, steckte also in
allen Stücken, nicht nur in den
Weihnachtsliedern, von denen es einen
multikulturellen Abriß gab: traditionelle
deutsche, ein mittelalterliches italienisches,
eins aus der Karibik, eins aus Polen.
Mit von der Partie waren dabei der Gesamtchor,
die Gitarren- und Flötengruppen. Bewundernswert
die Ruhe und Konzentration, mit der die 12- bis
16jährigen Schüler im mit 500 Gästen
vollbesetzten Saal die Stücke zu Gehör
brachten.
Der Abend unterstrich die Vielgestaltigkeit der
Musik an der Schule Hegelsberg, wofür diese 1995
den Paul-Dierichs-Preis erhielt. Durchs Programm
führte mit Humor Bärbel Buttgereit.
Sie stellte die vier Schulmusiker Birkhild |
Glocke, Ulrike Stern,
Günter Flechtner undKlaus
Lossdörfer vor, die man als Mischwesen aus
Mensch und Gott betrachten könne, aber im Grunde
seien sie Sisyphos ähnlich: wie dessen Arbeit
sei auch ihre mühsam und beginne immer wieder am
Fuß des Berges.
Erstaunlich, was die vier mit ihren Schülern -
teilweise in den wenigen Monaten seit Beginn des
Schuljahres - auf die Beine gestellt haben. Der
Schülerband "Seven More", die
"Let it be" von den Beatles spielte,
gesellt sich seit September eine zweite hinzu,
"Check It Out", die mit Unbefangenheit
und Spielfreude zwei Popsongs rüberbrachte.
Anspruchsvolles Kontrastprogramm:
Weihnachtslieder, Rachmaninow (Anton Eisenkrein
am Klavier!), Backstreet Boys, Gospel,
spätmittelalterliche französische Tänze und
schließlich ein Lloyd-Webber-Medley, dargeboten
vom Gesamtchor mit Instrumentalbegleitung. Da
wird ein Stück Identität gebildet, an der
Schüler (die oft unterschiedliche kulturelle
Hintergründe haben), Ehemalige und Lehrer
gemeinsam beteiligt sind. Thomas
Otto |