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Es ist uns wichtig, dass die Schule nicht nur als Dienstleisterin für alle Belange des Lebens
und Lernens zu sehen ist (Lieferant für Inhalte des Lernens, der
Unterstützung, der Konfliktlösung usw.), sondern dass es
auch darum geht, Persönlichkeiten mit Selbstbewusstsein, Engagement und
positiver Sozialeinstellung heranzubilden. Wir möchten unseren
Schülerinnen und Schülern vermitteln, dass unsere Mitwirkung und unser
Engagement in dieser Gesellschaft gebraucht werden.
Deshalb fordern wir von ihnen ein, dass sie im Laufe
ihrer Schulzeit einmal an einer Arbeitsgemeinschaft des „Sozialen
Engagements“ (ausgewiesen in einem besonderen Informationsheft)
teilnehmen und mit positiver Leistungsbeurteilung abschließen. Zum
Angebotskatalog gehören Arbeitsgemeinschaften wie „Grünlandpflege“,
„Schülerwerkstatt“, „Schüler helfen Schülern“, „Schulgestaltung“ usw.
Auch fortgeschrittene Gruppen des Musikbereichs gehören dazu, weil diese Schüler/innen bei Festen und Feiern, aber
auch bei Aufführungen außer Haus die Schule durch ihren Einsatz in der
Öffentlichkeit vertreten.
Ein besonderes Projekt, mit dem unsere
Schüler lernten, sich für andere zu engagieren, war unsere Partnerschule
in Chile.

Wenn Kinder und Jugendliche in einer
geordneten und gut versorgten Gesellschaft erkennen, dass es ihnen
wesentlich besser geht, als Schüler/innen einer kommunalen Schule im
Armenviertel von Conception (Chile), die über Weihnachten hungern müssen
und notwendige medizinische Operationen wegen Geldmangels unterlassen
müssen, setzt eine hohe Solidarisierungseinsicht ein, verbunden mit der
Wertschätzung der eigenen sozialen Lage.
Das Gefühl, anderen Menschen
helfen zu wollen und zu müssen, entwickelt sich so deutlich, dass die
eigene Einstellung zu den bestehenden Lebensverhältnissen
gestärkt und dass das Engagement, gemeinschaftlich für eine andere (Not
leidende) Gemeinschaft etwas zu tun, Tugenden und Einstellungen wach
ruft, die anderweitig kaum zu erreichen wären.
Die Aktionen der
Solidarität, um sich für die Partnerschule im Armenviertel einzusetzen,
um finanzielle Mittel für Esswaren und medizinische Operationen zu
sammeln, sind bewundernswert und helfen der Schule, ihren Sozialauftrag
für die eigenen Kinder wirkungsvoll zu realisieren.
Aktionen vielfältiger Art

Speisenverkäufe und Flohmärkte

Wenn es an unserer
Partnerschule
Ferien gibt, beginnt für manche
Schüler die Hungerszeit, weil sie
auf das Essen angewiesen sind,
das sie in der Schule bekommen. Von dem Geld, das wir
sammelten haben, wurden Lebensmittelkörbe gekauft, die halfen, diese Zeit zu
überstehen.

210 Lebensmittelkörbe gingen als das
Ergebnis einer Aktion an die
armen Schülerinnen und Schüler unserer
Partnerschule
So lächeln sie...

... und so wohnen sie.

Unsere
Partnerschule
heißt
Sta.
Catalina
de Siena.
Sie liegt im
Armenviertel "Pedro de
Valdivia Bajo ",
am Stadtrand
von Conception.

4 Ordensschwestern und 17 LehrerInnen
betreuen die 442 Schüler/innen.
Die Schule hat 10 Klassen
mit je 44 - 45 Schüler/innen.
Die meisten
Schüler und Schülerinnen sind so arm, dass sie auf
staatliches Essen angewiesen sind: morgens ein Glas Milch und ein
belegtes Brot, mittags eine warme Mahlzeit.

"...
endlich
wieder die Vögel singen hören"
Maria (den Namen haben wir geändert) bedankt sich für das Hörgerät, weil sie jetzt
wieder die Vögel singen hören kann.
"Ich möchte Danke sagen, dafür,
dass ihr mir mein Hörgerät bezahlt habt. Als meine Mutter mir das Hörgerät
angelegt hatte, konnte ich sie plötzlich wieder verstehen und auch die Vögel
singen hören. Von allen Seiten höre ich die Vögel jetzt und muss immer
hinschauen und sie beobachten. Jetzt verstehe ich in der Schule die Aufgaben
viel besser, so dass ich viel bessere Noten bekommen kann. Ich bin sehr
glücklich, weil ich so gut höre.
Maria"
Marias Mutter schreibt:
"Meine Freude und Dankbarkeit
Ihnen gegenüber sind unendlich. Ich bin N., die Mutter von Maria, die
Dank des Hörgeräts voller Lebensfreude ist. Endlich kann meine Tochter
wieder den Gesang der Vögel hören, besonders wenn wir spazieren gehen.
Darüber bin ich so glücklich. Ihre Augen strahlen vor Freude, wenn sie mir
sagt, was sie alles hört. Das Hörgerät hätte ich nicht
bezahlen können. Die schlimmste Zeit für uns alle war, dass meine Tochter
mehr und mehr ihr Gehör verlor. Ohne dass Sie uns kennen, haben Sie uns so
geholfen. Auch für die Lebensmittel, die
so viele Familien und wir zur rechten Zeit (vor den langen Ferien) erhalten
haben, danken wir Ihnen. Die Familien gingen glücklich und dankbar
wieder nach Hause. Einige sagten, dass sei das beste Weihnachtsgeschenk;
andere sagten, es sei ein Wunder.
Ich bin gerührt und sehr sehr dankbar.
N.S.
Conception, 10. Januar 2004"

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"... ein Schimmer Hoffnung"
Monika Dreyer ist Lehrerin an
der Deutschen Schule in Concepcion, die sozusagen Kontaktstelle zu unserer
Partnerschule Sta. Catalina de Siena ist. Sie schickte uns einen Bericht
darüber, welche Freude ihr chilenischen Schülerinnen und Schülern mit eurer
Hilfe bereitet habt:
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"In dieser Woche werde ich
Freunden, die nach Deutschland zurückfliegen, Post für Sie/euch mitgeben:
Briefe, die einen Eindruck von der großen Freude vermitteln sollen, die ihr
mit euren Aktionen so vielen Familien in Concepción bereitet habt: dank
eurer Initiative haben so viele Menschen einen Schimmer Hoffnung bekommen -
nicht nur ein Huhn zu Weihnachten und Lebensmittel für die schwierige Zeit
im Januar und Februar, das ist sicher sehr wichtig.
Aber noch wichtiger ist das Gefühl, plötzlich nicht mehr alleine zu sein,
nicht vergessen zu werden, zu merken, dass da irgendwo auf der Welt Menschen
sind, denen es nicht gleichgültig ist, ob die Familie Perez ihren Kindern
etwas zu essen geben kann oder nicht.
Die dafür sorgen, dass die kleine Bernadita nun wieder hören kann, dass
Deborah sich nicht mehr verstecken muss. Als ich mit meiner Klasse Anfang
Dezember an dieser Schule war, lernte ich Deborah nicht kennen - sie wollte
an diesem Tag nicht in die Schule kommen, weil sie sich wegen ihrer Zähne
schämte.
Ich hoffe, dass die Briefe der Schüler, Eltern und Lehrerinnen von Santa
Catalina bald in Kassel ankommen und verdeutlichen, wie sehr eure Aktionen
hier den Menschen neue Hoffnung geben, wie sie nun auch andere Menschen hier
in Chile motivieren, zu helfen.
Ich freue mich schon auf die weitere Zusammenarbeit im neuen Schuljahr (das
bei uns Anfang März beginnt).
Nochmals: Danke an alle, die bei dieser wunderbaren Aktion mitmachen.
Ein glückliches neues Jahr wünscht Ihnen/euch allen
Monika Dreyer"
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"Menschen mit Herz"
Madre Carmen, die Direktorin
unserer Partnerschule in,
bedankt sich für unsere Hilfe.
Hier die Übersetzung ihres Textes:
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"Liebe Freunde!
Seit langer Zeit haben wir den Wunsch, mit Ihnen in Verbindung zu treten.
Aber die Sprachbarriere erschwert eine beginnende Freundschaft zwischen
Menschen mit Herz.
Ach möge dieses Mal doch unsere Botschaft ankommen!
Wir sind sehr dankbar für die Zuneigung und den Eifer, die Sie zeigen.
Vielen Dank für all Ihre Mühe zugunsten unserer Gemeinschaft und der
Familien, die wir auf die Unterstützung von Menschen wie Ihnen angewiesen
sind.
Wir lieben Sie und wünschen Ihnen den Segen des Herrn.
Hermanas Dominicas, Madre Carmen" |